Mode - Wie Nylon und moderne Kunstfasern in unser Leben traten
Hätte die Chemieindustrie die Kunstfaser nicht erfunden, wäre die Geschichte der Modewelt wohl anders verlaufen. Seit der Einführung von Nylon - der ersten komplett künstlichen Faser - im Jahre 1939 als "Wunderfaser" für Damenstrumpfhosen, haben Lycra®, Polyester und andere künstlich hergestellte Fasern die Modewelt revolutioniert.
In den 1950ern sollten Kunstfasern die Frauen von der Last des Bügelns befreien. In den 1960ern entdeckten englische Designer die Kunstfaser als Medium zu Herstellung ausgefallener Kleidung, die das farblose Establishment schockieren sollte.
Kunstfasern wurden beinahe überall eingesetzt, und gerade dieser Erfolg führte zu deren Untergang in den 1970ern. John Travoltas denkwürdiger Auftritt in einem weißen Polyesteranzug und einem schwarzen Nylonshirt in "Saturday Night Fever" (1978) markiert den Moment des Niedergangs der Kunstfaser in der Modeindustrie.
Die Verbannung der Kunstfasern dauerte mehr als ein Jahrzehnt, doch dann entdeckten japanische Modedesigner sie als Avantgarde ihrer alternativen Entwürfe. Japan war auch durch die Entwicklung von künstlichen Mikrofasern, die genauso bequem zu tragen waren wie Naturfasern, plötzlich führender Hersteller fortschrittlicher Textilien.
Intelligente Fasern und Smart Clothing (intelligente Kleidung) werden das Modephänomen des 21. Jahrhunderts sein. Beim Konzept der "intelligenten" Textilien handelt es sich nicht um den Stoff für Science Fiction Filme. Die Konzepte sind real und existieren bereits. Neueste Entwicklungen umfassen sonnenerwärmte Stoffe, die Sonnenlicht absorbieren, es in Wärme verwandeln und diese für kalte Tage speichern und Stoffe, die mit Duftstoffen, Aromatherapieölen oder auch mit antibakteriell wirkenden Gerüchen.
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