SchülerInnen diskutierten im Rahmen eines Onlinechats mit Experten über Petrochemie und die Umwelt

15 Schulen aus ganz Europa nahmen am 31. Januar am dritten Xperimania Chat zum Thema "Petrochemie: Interessiert an Umweltschutz" teil. Die Fragen der SchülerInnen wurden von den beiden Experten Dr. Roger Van der Linden Manager für Umwelt, Energie und Produktverantwortung bei der internationalen Unternehmensgruppe Borealis und Dr. Joachim Krüger, Geschäftsführender Direktor des Programms für Energie, Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Logistik beim Europäischen Chemischen Industrierat - Cefic beantwortet.

Während des zweistündigen Chats stellten SchülerInnen aus Spanien, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Rumänien, Polen, Bulgarien, Portugal, Zypern, Schweden und Finnland den Experten mehr als 50 Fragen. Die Diskussion wurde sehr lebhaft geführt und die Experten waren begeistert von der Vielseitigkeit und dem hohen Level der Fragen.

Viele Menschen nehmen die Petrochemie als umweltschädlich wahr. Indes hat die Erdöl verarbeitende Chemieindustrie große Anstrengungen für den Umweltschutz unternommen. Im Chat erfuhren die SchülerInnen, dass die Petrochemie Produkte für den modernen Lebensstil produziert und immer umweltbewusster eingestellt ist.

Dr. Joachim Krüger von Cefic erklärte, dass auch wenn neue Technologien sich negativ auf die Umwelt auswirken, keine Gefahr besteht, denn es gibt strenge Regelungen, die die Emissionen festlegen. Er ist zudem der Meinung, dass technische Entwicklungen auch weiterhin vorangetrieben werden müssen, denn das ist die einzige Möglichkeit, von neuen technischen Möglichkeiten zu profitieren: “Innovation ist der Schlüssel – wir müssen auch weiterhin auf technologische Entwicklungen setzen.”

Viele SchülerInnen interessierten sich für die verbleibenden Ölressourcen. Dr. Roger Van der Linden von Borealis antwortete der slowenischen Schule Gimnazija Poljane dass, wenn alle Ölreserven der Welt mit einem Schlag aufgebraucht wären, es keinen Transport, keine Industrieprodukte und keinen Kunststoff mehr gäbe – wir wären in die Steinzeit zurückversetzt. Aber Herr Dr. Van der Linden sagte auch, dass die Kunststoffindustrie nur 4% der weltweiten Ölreserven benötigt und dass es in Zukunft mindestens noch so viele Ölreserven zu entdecken gibt, wie wir momentan bereits haben.

Die SchülerInnen wollten auch wissen, ob es möglich ist, Öl auf dem Mars zu finden und ob Öl durch Biomasse ersetzt werden kann. Der Chat wurde sogar philosophisch, als die Experten auf die Frage der polnischen Schule VI Liceum Ogolnoksztalcace bezüglich Rückkehr zur natürlichen Umgebung (Ist das ein erstrebenswertes Ideal) antworteten. Dr. Krüger wies darauf hin, dass die Natur nicht immer menschenfreundlich ist – man denke nur an Bazillen oder Viren. Ein gesunder Lebensstil benötigt moderne Produkte.

SchülerInnen der schwedischen Schule Buråsskolan waren an den Berufsmöglichkeiten in der Petrochemie interessiert: Wenn ein Teenager Chemiker werden möchte, mit welchen chemischen Bereichen sollte er/sie sich beschäftigen? Die Experten bestätigten, dass Erfahrung in der Petrochemie andere chemische Bereiche nicht ausschließt. Die Berufsaussichten im chemischen Bereich sind Thema des nächsten Xperimania Chats.

Um sich für den nächsten Chat anzumelden, kontaktieren Sie bitte: xperimania@eun.org

Chatprotokoll

Hintergrundinformationen

CP Serra Gelada School, Spanien.
Koordinator: Bernat Martinez
CP Serra Gelada School, Spanien.
Koordinator: Bernat Martinez
Chatexperten und Moderatoren von European Schoolnet und Cefic/Appe.
Chatexperten. Von links: Dr. Roger Van der Linden, Borealis, Christian Gilliard, Cefic/Appe, Pierre de Kettenis, Cefic/Appe, und Dr. Joahim Krueger, Cefic/Energy.


Informationen über die Experten

Roger Van der Linden - promovierte 1974 an der Staatlichen Universität Gent, Belgien. In seiner beruflichen Laufbahn hat er bereits für Firmen im Bereich der Polymerproduktion, wie Exxon, Raychem, Mobil, Neste und Borealis gearbeitet und dabei verschiedenste technische und leitende Funktionen übernommen. In den letzten Jahren ist er Manager für Umwelt, Energie und Produktverantwortung bei Borealis. Darüber hinaus leitet er jenes Team, das seine Firma für die REACH Gesetzgebung vorbereitet. Roger ist seit 10 Jahren Präsident von Fedichem Polymers (der Belgischen Vereinigung von Polymerproduzenten) und Vorstandsmitglied von Fost Plus, der belgischen Recyclingorganisation. Darüber hinaus ist er für verschiedene Vereinigungen auf nationaler und europäischer Ebene, wie Cefic und PlasticsEurope, aktiv im Bereich Umwelt und Herstellerverantwortung tätig.

Dr Joachim Krüger - begann seine Arbeit bei Cefic im Januar 2007 als Geschäftsführer des Energie, Arbeitssicherheit und Logistikprogramms. Er ist verantwortlich für wesentliche Umweltfragen wie Klimaveränderung, Wasser, Abfall und Boden. Vor seiner Beschäftigung bei Cefic war er seit 2002 Vizepräsident von Global Shared Services EHS (Deutschland/USA) und hatte verschiedenste Positionen bei Celanese (Direktor für Umwelt, Gesundheit und Sicherheitsangelegenheiten - USA, Leiter für Forschung und Technologie - Deutschland und Direktor von EHS/Europe (Deutschland) inne. Davor arbeitete er als Assistent des Managements für Höchst. Joachim Krüger begann seine Karriere als Leiter von Laboratory R&D Inorganic Chemicals, und war anschließend sechs Jahre als Supervisor und Fertigungsleiter tätig. Joachim Krüger ist zudem Mitglied bei verschiedensten Handelsvereinigungen in Europa und Nordamerika.