Inwieweit ist die Automobilindustrie von Petrochemikalien abhängig?
Wenn Konsumenten Autos kaufen, dann legen sie nicht nur Wert auf die Marke und die Farbe, sondern auch auf die Kosten, die Sicherheit und den CO2 Ausstoß. Die Forschungen und Innovationen des Chemiesektors tragen zur Verbesserung von Autos bei. Innovative Chemikalien verbessern aber auch den Komfort und die Sicherheit der FahrerInnen in Form von Frostschutzmitteln, Gummireifen, Gummischläuchen, Kunststoffarmaturen und Kunststoffverkleidungen.
Leichtere Autos - reduzierte Kosten
Die Chemieindustrie hilft, das Gewicht der Autos zu reduzieren, was sowohl positive Auswirkungen auf den Treibstoffverbrauch, als auch auf den Geldbeutel des Autobesitzers hat. Moderne Polyester reduzieren zum Beispiel die Menge an Schaum, die für Autositze benötigt wird, was das Gewicht deutlich verringert.
Dank ihres leichten Gewichtes und ihrer guten Resistenz werden Polycarbonate und deren Mischungen vermehrt für Sonnendächer, Panoramadächer, Seiten- und Rückscheiben eingesetzt.
Polyamidgehäuse für Airbags sind 50% leichter als jene aus Metall. Kunststoffverkleidungen sind nicht nur billig und einfach herzustellen, sondern reduzieren ebenfalls das Gewicht.
Sichere Autos dank Chemie
Während das Airbaggehäuse das Gewicht des Autos beeinflusst, sollte der Airbag selbst vor allem der Sicherheit der Insassen dienen. Dabei bietet modernes Nylon eine gute Mischung aus Beanspruchbarkeit und Widerstandsfähigkeit.
Reifen, die aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) hergestellt werden, vermindern den Rollwiderstand und verbessern die Sicherheit. Das Innere eines Autos, von der Konsole bis hin zum Handschuhfach, besteht aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), das nicht nur kratzfest, sondern auch hitzebeständig ist.
Wie sieht es mit Komfort und Langlebigkeit aus?
Flexibel geformte Schaumstoffe aus Polyurethan werden in Autositzen, Kopfstützen und Armstützen verwendet. Diese Schaumstoffe helfen, Vibrationen zu dämpfen und bieten den Passagieren verbesserte Stabilität. Die Lärmbelastung des Fahrers und der Insassen wird durch lärmabsorbierendes Polyurethan gemindert.
Moderne Beschichtungen schützen vor Regen, Schnee, UV-Strahlen und Korrosion. Darüber hinaus schützen sie auch für lange Zeit die Farbe. Die Chemieindustrie führt sogar Forschungen mit phosphoreszierenden Beschichtungen durch, die am Tag das Sonnenlicht absorbieren und es in der Nacht abgeben.
Umweltfreundliche Autos
Die Reduktion von CO2 Emissionen wurde zur Priorität der Autoindustrie. Der durchschnittliche CO2 Ausstoß (Gramm Dioxid pro gefahrenem Kilometer) liegt bei 179 g/km. Um die Umwelt zu schützen, hat die Europäische Kommission bis 2012 ein Limit von 120 g/km für 65% der neuen Autos und bis 2015 für alle neuen Autos festgelegt.
Eine Maßnahme, die dabei helfen soll das Ziel zu erreichen, ist in der neuen Richtlinie zur Qualität von Kraftstoffen der Europäischen Kommission festgelegt. Diese Richtlinie fordert eine Reduktion des CO2 Ausstoßes, die von petrochemischen Innovationen für Automobile unterstützt wird. Je leichter ein Auto, desto weniger Treibstoff verbraucht es und desto geringer ist der CO2 Ausstoß. Darüber hinaus reduziert eine Mischung aus Diesel und Benzin und erneuerbaren Komponenten, CO2 Emissionen zu verringern.
Das Thema wird im Rahmen des Xperimania Chats “Inwieweit ist die Automobilindustrie von Petrochemikalien abhängig?” am 23. März um 11.00 MEZ (Chatsprache ist Deutsch) diskutiert.
Links:
http://www.petrochemistry.net/transport.html
http://www.automotive.basf.com/p02/Automotive/en_GB/portal
http://plastics.bayer.com/plastics/emea/en/markets/automotive/caseList.jsp?nodeId=1001
http://www.sabic-ip.com/
http://www.americanchemistry.com/s_acc/sec_article.asp?CID=57&DID=1951
http://www.hartfuel.com
http://www.acea.be


